DIE DIGITALE NACHHALTIGKEIT: WIE VALIDE DATEN UNTERNEHMEN DABEI HELFEN, DIE EIGENE CO2-BILANZ AUFZUBESSERN

11. November 2020

Die Klimakrise stellt die Weltbevölkerung vor immense globale Herausforderungen. Angetrieben von Erkenntnissen aus der Klimaforschung sowie der bedeutenden UN-Klimakonferenz 2015 in Paris, hat sich die Debatte in den vergangenen Jahren immer stärker zum gesellschaftlichen Fokusthema entwickelt. Das Ziel ist klar: Um die globale Erwärmung entscheidend zu verlangsamen, muss die Welt mittelfristig in die Klimaneutralität geführt und alle verursachten CO2-Emissionen kompensiert werden. Ein schweres Unterfangen, das aber immer mehr an Form gewinnt: Bereits 2018 ruft die EU-Kommission in ihrer Strategie Zeithorizont 2050 „ein klimaneutrales Europa bis zum Jahr 2050“ als Ziel aus. Ein Jahr später einigen sich auch die EU-Mitgliedsstaaten darauf, bis 2050 Netto-Null-Emissionen erreichen zu wollen. Und 2020 folgt dann schlussendlich der European Green Deal der EU-Kommission: Ein Aktionsplan, in dem das Vorhaben unter anderem durch den Vorschlag eines europäischen „Klimagesetzes“ weiter konkretisiert wird. Neben der Politik rückt dabei auch die Wirtschaft immer stärker ins Zentrum der Verantwortung – doch wie können Unternehmen das Thema effektiv angehen?

 

DIE STANDARDISIERUNG DER PROZESSE

Bei vielen Firmen steht das Thema bereits ganz oben auf der Agenda, der prominenteste Vorstoß kam unlängst vom Technologieriesen Apple: Das Unternehmen kündigte im eigenen Nachhaltigkeitsbericht an, bis 2030 komplett klimaneutral werden zu wollen. Auch Amazon will bis 2040 CO2-Neutralität erreichen. Doch was große Weltkonzerne bereits seit Jahren forcieren, fällt KMUs vergleichsweise schwer – obwohl viele Unternehmen bereits an entsprechenden Strategien arbeiten, wird der Aufwand für die Verbesserung des eigenen Carbon Footprints häufig unterschätzt. Der Carbon Footprint bezeichnet dabei die Gesamtheit aller Emissionen, die beim Geschäftsbetrieb von einem Unternehmen ausgestoßen werden. Bei der Erfassung einer entsprechenden Treibhausgasbilanz hat sich ein Standard etabliert, an dem sich viele Unternehmen orientieren: das Greenhouse Gas Protocol (GHG Protocol). Die Vereinheitlichung soll dafür sorgen, dass Unternehmen ihren Carbon Footprint einfacher ermitteln können, gleichzeitig können Ziele zur Reduktion von Wirtschaftsemissionen einheitlich formuliert werden. Der Standard unterteilt die verursachten Emissionen in drei Bereiche (Scopes):

  • Scope 1 umfasst alle Emissionen, die direkt durch das Unternehmen erzeugt werden (z.B. beim Herstellungsprozess)
  • Scope 2 umfasst alle Emissionen, die mit Energieträgern im Unternehmen verbunden sind (z.B. Strom oder Fernwärme)
  • Scope 3 umfasst alle Emissionen, die durch unternehmerische Tätigkeiten entstehen (das umfasst z.B. Dienstreisen oder den täglichen Arbeitsweg der Mitarbeiter, aber auch die Lieferkette und vor allem Emissionen, die durch die Nutzung der Produkte entstehen)

Viele Unternehmen konzentrieren sich dabei auf die Messung der Emissionen aus ihrem eigenen Betrieb und des Stromverbrauchs (also Scope 1 und 2), da die Berechnung von Scope-3-Emissionen oftmals sehr umfangreich und komplex ist. Laut GHG Protocol stammt der Großteil der gesamten Unternehmensemissionen allerdings aus eben diesen Scope-3-Quellen, die aber mangels ausreichender digitaler Datensätze nicht effizient aufgebessert werden können. In vielen Wirtschaftszweigen wird so eine entscheidende Verbesserung des Carbon Footprints versäumt.

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DIE BEDEUTUNG VON SCOPE-3-EMISSIONEN AM BEISPIEL DER IMMOBILIENBRANCHE

Dass solche Scope-3-Quellen einen entscheidenden Anteil an ausgestoßenen Emissionen haben, zeigt die deutsche Immobilienbranche – immerhin soll sie für rund ein Drittel des gesamten deutschen CO2-Ausstoßes verantwortlich sein. Denn misst man die Emissionen von Immobilien nicht nur während ihrer Nutzungsphasen, sondern über den gesamten Lebenszyklus, dann wächst der Carbon Footprint enorm. Das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG) bringt viele wichtige Maßnahmen, wie zum Beispiel die Pflicht zur Nutzung von erneuerbaren Energien in Neubauten. Allerdings liegt die Verantwortung für die Lokalisierung weiterführender Einsparungspotenziale häufig immer noch auf Seiten der Bauherren.

Die Branche muss also umdenken, soll der tatsächliche Emissionsausstoß über den gesamten Lebenszyklus von Gebäuden reduziert werden. Die Möglichkeiten dafür bestehen: Beim Herstellungsprozess helfen alternative Materialien, so spart zum Beispiel beim Hochhausbau ein Hybrid aus Holz und Beton im Vergleich zum klassischen Stahlbeton einiges an Emissionen ein. Bei dieser Bauweise werden die Ressourcen besonders effizient genutzt und steigern gleichzeitig durch ihr Weiterverwendungspotenzial die nachhaltige Wertschöpfung. Auch durch eine zunehmend digitale Bewirtschaftung von Immobilien lassen sich Mehrarbeit und damit Emissionen einsparen. Vor allem aber kann der kontinuierliche Umbau bestehender Immobilien, z.B. zu Niedrig- oder Passivhäusern, dabei helfen, die CO2-Bilanz der Branche deutlich zu senken: Hier gilt es auf Basis valider Daten, die über den gesamten Lebenszyklus einer Immobilie erhoben werden, den Energiebedarf zu bestimmen und zu optimieren.

NACHHALTIGE VERÄNDERUNG DURCH DIGITALISIERUNG UND VALIDE DATEN

Um die CO2-Bilanz zielgerichtet und langfristig aufzubessern, müssen kontinuierlich Daten über die verschiedenen Bau- und Nutzungsphasen von Immobilien erhoben werden. Diese sollten dabei nicht nur über den gesamten Lebenszyklus digital verfügbar sein, sondern auch zwischen verschiedenen Instanzen wie zum Beispiel Geschäftspartnern ausgetauscht werden können.

Mit TRUST&TRACE sind Datenverwaltung und -austausch einfach und sicher möglich: In der Software werden Unternehmensdaten und Produktinformationen digital verfügbar gemacht und können dann vertrauensvoll geteilt werden. Jedes Unternehmen pflegt seine Daten eigenverantwortlich und stellt diese den Geschäftspartnern zur Verfügung – die Daten werden also nur einmal eingegeben und mehrfach genutzt. Neben dem Austausch von reinen Produktdaten können so auch Angaben zum eigenen Carbon Footprint gemacht werden, beispielsweise auf Basis verursachter Scope-3-Emissionen. Die Unternehmen schaffen so nicht nur Transparenz entlang der Lieferkette – durch die digitale Abbildung der Produkte lassen sich diese auch besser in nachhaltige Kreisläufe im Sinne einer Circular Economy einbinden. Die dezentrale Infrastruktur der Software sorgt gleichzeitig dafür, dass alle Teilnehmer die Hoheit über ihre Daten zu jeder Zeit erhalten.

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Milan Schlegel
PR Manager and Content Creator | milan.schlegel@evan.team | +49 176 47161036