DIE RESILIENTE WERTSCHÖPFUNG: MEHR LIEFERKETTENTRANSPARENZ FÜR EINE KRISENFESTERE WIRTSCHAFT

25. November 2020

Die Verabschiedung eines bundesweiten Lieferkettengesetzes wird aktuell nicht nur vom Bundeskabinett heiß diskutiert, sondern hält auch die Branche in Atem. Doch das Thema ist keinesfalls neu: Bereits 2016 sendete die Bundesregierung mit dem Nationalen Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte (NAP) einen ähnlichen Impuls in Richtung Wirtschaft. Unternehmen werden zur Achtung der Menschenrechte und zur Erfüllung von Sorgfaltspflichten aufgerufen – allerdings auf freiwilliger Basis, weshalb viele Unternehmen den Forderungen bislang nicht in vollem Umfang nachkommen. Dabei zeigt doch vor allem die zunehmende Arbeit von Unternehmen an den SDGs, dass der Aufbau resilienter Lieferketten nicht nur ein einseitiges Investment ist, sondern die Wirtschaft nachhaltig krisenfester machen kann.

Der Nationale Aktionsplan für Wirtschaft und Menschenrechte (NAP) basiert auf den UN-Leitprinzipien und wurde bei der Verabschiedung 2016 von vielen Unternehmen in Deutschland begrüßt. Darin festgehalten sind fünf Kernelemente der Sorgfaltspflicht, die Unternehmen erfüllen müssen:

  • Grundsatzerklärung zur Achtung der Menschenrechte
  • Verfahren zur Ermittlung tatsächlicher und potenziell nachteiliger Auswirkungen auf die Menschenrechte (Risikoanalyse)
  • Maßnahmen zur Abwendung von Risiken und Kontrollen ihrer Wirksamkeit
  • Berichterstattung
  • Etablierung oder Beteiligung an einem Beschwerdemechanismus

In einem Monitoring hat die Bundesregierung von 2018 bis 2020 überprüft, wie in Deutschland ansässige Unternehmen mit über 500 Mitarbeitern diesen Forderungen nachkommen. Das Ergebnis ist ernüchternd: Im Jahr 2020 erfüllten nur 13 bis 17 Prozent der betrachteten Unternehmen die NAP-Anforderungen, weitere 10 bis 12 Prozent seien auf einem guten Weg, hätten aber noch Defizite. Das geht aus dem Abschlussbericht des NAP-Monitoringprozesses hervor. Daraus sollen jetzt verbindliche Maßnahmen abgeleitet werden – eine Nichterfüllung der Anforderungen von mindestens 83 Prozent der teilnehmenden Unternehmen ist dabei ein starkes Argument für ein Lieferkettengesetz.

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ANALYSE UND MINIMIERUNG VON RISIKEN

Bei diesen Ergebnissen drängt sich die Frage auf, warum Unternehmen das Thema nicht stärker vorantreiben und für mehr Resilienz in ihren Wertschöpfungsprozessen sorgen. Ein Hauptgrund dafür sind die anfallenden Kosten, da eine umfassende Risikoanalyse aufwändig ist und damit Arbeitsressourcen und auch Geld beansprucht. Auch die Covid-19-Pandemie sorgt für schleppende Fortschritte bei der Arbeit an den NAP-Anforderungen. Doch genau in solchen Krisenfällen senkt eine resiliente Lieferkette die Risikoanfälligkeit und hilft dabei, negative Folgen wie zum Beispiel Lieferengpässe oder Umsatzeinbrüche zu minimieren. Im Rahmen einer Risikoanalyse werden daher Gefahrenpotenziale in der Lieferkette identifiziert und bewertet, um daraus eine Entscheidung abzuleiten.

Ein Beispielszenario könnte ein Versorgungsengpass bei einem einzelnen Zulieferer sein, durch dessen Ausfall der Produktionsprozess enorm verzögert wird. Hier könnte das Unternehmen gegensteuern, indem es an dieser Stelle die Beschaffung von Single Sourcing auf Dual Sourcing umstellt: So verteilt sich das Risiko auf die Schultern mehrerer Lieferanten und Kapazitätsengpässen kann vorgebeugt werden. Die Risikoanalyse ist dabei im besten Fall ein fortlaufender Prozess, bei dem Entwicklungen kontinuierlich neu bewertet werden, um die negativen Auswirkungen einzugrenzen. Dabei dient sie nicht nur dazu Risiken abzuwägen – sie zeigt häufig auch Chancen zur Optimierung von Unternehmensprozessen auf.

DIE RESILIENTE WERTSCHÖPFUNG

Um Risiken abzuwenden und gleichzeitig Verbesserungspotenziale zu erkennen, sind verlässliche Daten und eine Lieferantenüberwachung über mehrere Ebenen der Supply Chain unerlässlich. Vielen Unternehmen fehlt es dafür allerdings an Transparenz im eigenen Partnermanagement. Doch durch die Digitalisierung des eigenen Lieferantennetzwerks mit TRUST&TRACE kann hier Abhilfe geschaffen werden: Die Software macht die Integration neuer Geschäftspartner und die Datenpflege bestehender Lieferanten im Netzwerk einfach und sicher möglich. Jedes Unternehmen pflegt seine Daten eigenverantwortlich und stellt diese den Geschäftspartnern zur Verfügung – die Daten werden also nur einmal eingegeben und mehrfach genutzt, gleichzeitig erhalten alle Teilnehmer die Hoheit über ihre eigenen Daten. Zusätzlich können die Unternehmensdaten durch Dritte verifiziert werden, um Vertrauen in die Daten und damit in digitale Geschäftsbeziehungen zu bringen. Auch Nachweise von Sozial-, Umwelt-, und Qualitätsangaben können über die Software durch Zertifikate erbracht werden. So behalten Unternehmen nicht nur die Compliance ihrer Lieferanten im Blick, sondern können die Daten auch als Grundlage für die Steuerung von Risiken nutzen. Das macht nicht nur die eigene Wertschöpfungskette resilienter, sondern wappnet auch das gesamte Unternehmen für zukünftige Krisen.

Haben Sie Fragen, wie Sie TRUST&TRACE für Ihre Unternehmensbedürfnisse nutzen können? Dann schreiben Sie uns gerne über [email protected] und lassen Sie sich von unseren Produktexpertinnen und Produktexperten kostenlos und unverbindlich beraten. Auf unserer Homepage finden Sie außerdem weitere Informationen zu TRUST&TRACE.

Milan Schlegel
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