VOM URSPRUNG ZUM URSPRUNG: WARUM VALIDE DATEN FÜR EINE KREISLAUFWIRTSCHAFT UNERLÄSSLICH SIND

28. Oktober 2020

Eine Welt ohne Abfall, in der das Prinzip „Kaufen, Benutzen, Wegschmeißen“ der Vergangenheit angehört – die Idee der Kreislaufwirtschaft, auch Circular Economy genannt, ist zwar nicht neu, klingt aber noch immer wie eine entfernte Utopie. Doch mittlerweile wird vielen Unternehmen, auch dank ihrer Arbeit an den Sustainable Development Goals, klar, dass eine regenerative Lieferkette nicht nur ökologische, sondern auch ökonomische und soziale Vorteile bietet. Cradle-to-Cradle-Strategien bringen frischen Wind in unser Ökosystem und unsere Wirtschaft – und bekommen jetzt dank digitaler und dezentraler Plattformen wie TRUST&TRACE die passende Infrastruktur zur datenbasierten Umsetzung.

Das grundlegende Ziel der Kreislaufwirtschaft ist es Abfälle zu minimieren, indem Produkte so lange wie möglich im Wirtschaftskreislauf gehalten werden, bevor diese Produkte endgültig recycelt werden. Doch wie genau funktioniert das in der Unternehmenspraxis? Fakt ist: Die entsprechende Unternehmensstrategie braucht ein klares, aber vor allem auch umsetzbares Konzept. Die drei R-Strategien Reduce, ReUse und Recycling bilden dabei die Grundlage – und zwar in dieser Reihenfolge. Denn Recycling wird immer erst als letzte Möglichkeit in Betracht gezogen, zuvor wird geprüft, ob der Lebenszyklus eines Produkts durch eine alternative Ressourcennutzung oder Reparatur noch verlängert werden kann. Beim Recycling wird dann verstärkt darauf geachtet, die einzelnen Bestandteile eines Produkts in den Herstellungsprozess zurückzuführen und damit den Kreislauf bestmöglich zu schließen.

Die Ellen MacArthur Foundation unterscheidet in ihrem Circular Economy Concept außerdem zwischen biologischen und technischen Kreisläufen: Biologische Kreisläufe fokussieren Lebensmittel oder Rohstoffe wie beispielsweise Holz oder Baumwolle, die durch Kompostierung oder anaerobe Vergärung in den Kreislauf zurückgebracht werden. So können sie als erneuerbare Ressourcen in wirtschaftlichen Fertigungsprozessen genutzt werden. Technische Kreisläufe dienen dagegen der Wiederherstellung von verarbeiteten Produkten oder der Rückgewinnung Materialien, die in Produkten enthalten sind. Dies erfolgt durch Prozesse wie Wiederverwendung, Reparatur oder (als letztem Ausweg) Recycling.

NEUIGKEITEN VON TRUST&TRACE

Sie können sich jederzeit abmelden. Lesen Sie unsere Datenschutzerklärung

Subscribe to the TRUST&TRACE newsletter. Read more in our privacy policy

KREISLAUFWIRTSCHAFT ELEKTROMOBILITÄT: DAS ZWEITE LEBEN DER BATTERIE

Am einfachsten verständlich wird das Konzept anhand eines Beispiels aus der Praxis: dem Lebenszyklus einer Lithium-Ionen-Autobatterie. Die E-Mobility ist auf dem Vormarsch, laut Hochrechnungen sollen in Deutschland 2022 bereits eine Million zugelassene Elektrofahrzeuge auf den Straßen unterwegs sein. Doch die Kraft der Akkus ist endlich – nach über zehn Jahren Nutzung sinkt der Energiegehalt einer Batterie um bis zu 30 Prozent. Was geschieht also mit den Batterien dieser Autos, wenn die Leistung nachlässt? Im Sinne der Kreislaufwirtschaft sollen diese Batterien nicht recycelt, sondern in eine zweite Lebensphase geführt werden. Dieses „zweite Leben“ muss noch vor der Herstellung der Batterie geplant werden – bereits 2018 hat die Europäische Kommission dazu einen strategischen Aktionsplan entwickelt, in dem unter anderem die Produktion und Wiederverwendung von Batterien im Sinne der Kreislaufwirtschaft behandelt wird.

Denn auch für Batterien, die nur noch rund 70 Prozent ihrer ursprünglichen Leistungsfähigkeit haben, gibt es Weiterverwendungsmöglichkeiten. Einer der Haupteinsatzorte sind stationäre Speicher: Dabei kommen die Batterien überall da zum Einsatz, wo Strom aus nicht konstanten Energiequellen, also zum Beispiel Solar- oder Windkraft, gespeichert werden muss. Das kann in Wohnhäusern, Industriegebäuden aber auch in größeren Arealen sein – im Hamburger Hafen befindet sich beispielsweise ein Großspeicher aus solchen Akkus, der Strom aus regenerativen Energiequellen speichert und zur Weiterverwendung verfügbar macht. Hier können die Batterien noch eine lange Zeit sinnvoll genutzt werden, bevor sie dann endgültig recycelt werden.

 

VALIDE DATEN ÜBER DEN PRODUKTLEBENSZYKLUS BILDEN DIE GRUNDLAGE FÜR DIE KREISLAUFWIRTSCHAFT

Doch so gut das Grundprinzip der Kreislaufwirtschaft auch sein mag – viele Unternehmen tun sich schwer, entsprechende Prozesse in ihr Tagesgeschäft einzuführen. Einer der Gründe ist das Fehlen valider Daten: Ohne kontinuierliche Datenerhebung, -speicherung und -verarbeitung kann kein Informationsfluss über den kompletten Lebenszyklus eines Produkts sichergestellt werden. Das liegt zum einen daran, dass viele Lieferketten nicht über alle Ebenen transparent sind und die Produktinformationen sich auf viele Stakeholder verteilen, ohne ein großes Ganzes zu bilden. Ein weiterer Punkt ist aber auch, dass sensible Daten häufig nicht sicher mit anderen Unternehmen geteilt werden können, da es an der nötigen Infrastruktur fehlt. Im Fall der Batterie beispielsweise kann so am Lebensende nur schwer nachgehalten werden, wie die Batterie produziert wurde, welche exakten Materialmengen bei der Produktion zum Einsatz kamen und wie die Batterie über ihren Lebenszyklus genutzt und gewartet wurde. Würden diese Daten uneingeschränkt zur Verfügung stehen, könnten die Recyclingprozesse im Sinne der Kreislaufwirtschaft deutlich effizienter ablaufen.

Genau dieses Datenproblem geht die Softwarelösung TRUST&TRACE an und bietet Unternehmen einen transparenten und dabei sicheren Datenaustausch: auf Basis einer dezentralen Blockchain-Plattform lässt sich der Lebenszyklus von Produkten vollständig digital abbilden, gleichzeitig können die gesammelten Informationen sicher mit Partnern geteilt werden. Entscheidend dafür ist die sogenannte Digitale Identität, die jedes Produkt eindeutig identifizierbar macht und es über seinen gesamten Lebenszyklus hinweg begleitet – im Falle der Batterie also vom Produktionsprozess entlang der Lieferkette, über die Nutzung als Autobatterie und den Einsatz als Energiespeicher im „zweiten Leben“ bis hin zum Recycling. Alle Daten, die in diesem Lebenszyklus erhoben werden, werden in der Digitalen Identität gespeichert. Der dezentrale Blockchain-Ansatz ermöglicht dabei, dass die Daten von mehreren Geschäftspartnern vertrauenswürdig und manipulationssicher dokumentiert und bearbeitet werden können. Unternehmen erhalten so valide und vollständige Daten zu Herkunft und Nutzung ihrer Produkte, auf deren Basis sie ihre Compliance- und Qualitätsstandards sicherstellen können – und den Recyclingprozess am Ende des Produktlebens deutlich vereinfachen.

Haben Sie Fragen, wie Sie TRUST&TRACE in Ihre Unternehmensstrategie zur Kreislaufwirtschaft einbinden können? Dann sprechen Sie uns gerne an und vereinbaren Sie einen kostenlosen und unverbindlichen Beratungstermin mit unseren Produktexperten. Den Link dazu sowie weitere Informationen zu TRUST&TRACE finden Sie auf unserer Homepage.

Milan Schlegel
PR Manager and Content Creator | [email protected] | +49 176 47161036