NACHHALTIGES SPIELZEUG: VON ANONYMEN WAREN ZU VERTRAUENSWÜRDIGEN PRODUKTEN

11. Dezember 2020

Lebkuchen, Zimtsterne, Lichterketten und die Suche nach dem passenden Baum – die Adventszeit ist in vollem Gange und das Weihnachtsfest steht vor der Tür. Die Großen genießen das gute Essen und die Entschleunigung, die Kleinen erfreuen sich an den Geschenken und wollen das neue Lieblingsspielzeug schon gar nicht mehr aus der Hand geben. Doch nicht jedes dieser Spielzeuge ist auch wirklich gut für Kinder: In einem Test von Stiftung Warentest fallen die Hälfte der 22 geprüften Plüschkameraden wegen Schadstoffen und Sicherheitsrisiken durch. Da diese Risiken oft nicht direkt ersichtlich und für Eltern schwer zu erkennen sind, müssen die Spielzeughersteller ihre Produkte mit Vertrauen aufladen. Doch wie werden anonyme Waren eigentlich zu vertrauenswürdigen Produkten?

Die Gründe, warum Plüschtiere in Tests durchfallen, sind zahlreich: Von gefährlichen Verpackungen, über leicht entflammbare Materialien bis hin zu verschluckbaren Kleinteilen und Schadstoffen. So enthielt laut Stiftung Warentest beispielsweise ein getestetes Plüschtier Formaldehyd, eine erwiesenermaßen krebserregende Chemikalie. Ein anderes Spielzeug hatte Naphthalin im Etikett – ein Stoff, der ebenfalls im Verdacht steht, krebsfördernd zu sein. Und da sich Kinder noch in der Entwicklung befinden, reagieren sie auf solche Schadstoffe besonders empfindlich.

Solche Vorfälle sind bei der Spielzeugherstellung leider nicht unüblich, im Gegenteil: Laut einem Bericht der Europäischen Kommission gingen im vergangenen Jahr europaweit mehr als 2.200 Warnmeldungen von Verbrauchern zu gefährlichen Produkten ein – 29 Prozent davon fielen auf mangelhafte oder giftige Spielzeuge. Zwar werden regelmäßig zahlreiche Produkte nach Stichprobentests vom Markt genommen, die Dunkelziffer bei belastetem Spielzeug im Umlauf ist aber wahrscheinlich noch deutlich höher.

 

 

Ein Hauptgrund für diesen Zustand ist die Regulierung in Europa: Die Maximalwerte für Chemikalien, die in Spielzeug enthalten sein dürfen, sind in der europäischen Spielzeugrichtlinie verhältnismäßig hoch angesetzt. Gleichzeitig verstoßen einige Hersteller immer wieder ohne Konsequenzen gegen diese Auflagen, da nur ein kleiner Teil der Produkte im Markt getestet und kontrolliert wird. Die Folge: Immer wieder ist schädliches Spielzeug unkontrolliert im Umlauf – und Verbraucher fordern transparente Angaben zu Inhaltsstoffen und Herstellungsprozess der Produkte.

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TRANSPARENZ SCHAFFT VERTRAUEN

Für herstellende Spielzeugunternehmen wirft das vor allem eine zentrale Frage auf: Wie können sie bei ihren Kunden Vertrauen in die eigenen Produkte aufbauen? Auch wenn sie gesetzlich nicht zur Angabe von Inhaltsstoffen ihrer Spielzeuge verpflichtet sind, kann eine entsprechende Kennzeichnung dabei helfen, die anonymen Waren zu vertrauenswürdigen Produkten zu machen. Denn neben der regulatorischen, wird auch die gesellschaftliche Forderung nach mehr Transparenz und Übernahme von Verantwortung immer stärker. Und schlussendlich haben Verbraucher laut einer Publikation des BUND seit 2006 sogar das Recht, bei Herstellern von Spielzeug die enthaltenen Chemikalien zu erfragen – und diese sind verpflichtet innerhalb von 45 Tagen vollständig Auskunft zu geben.

Aus Sicht der produzierenden Unternehmen lautet das Stichwort also Transparenz: Transparenz in puncto Inhaltsstoffe, Herstellungsprozess und damit verbunden auch in Sachen Lieferkette. So können die eigenen Produkte mit Vertrauen aufgeladen und gleichzeitig verbraucherseitige Zweifel beseitigt werden. Doch vielen Unternehmen fehlt es an eben dieser Transparenz in der eigenen Lieferkette: Sie können beispielsweise nicht nachweisen, woher ihre Produkte eigentlich kommen, welche Rohstoffe verarbeitet werden und wie die Produkte gefertigt werden. Einer der zentralen Gründe dafür ist, dass Produktdaten nicht vollständig über den gesamten Lebenszyklus hinweg erhoben werden können: Die Berichterstattung von Lieferanten ist oft nur rein qualitativer Natur, außerdem fehlt es an der passenden Infrastruktur für den sicheren Datenaustausch über mehrere Ebenen der Lieferkette hinweg.

Vertrauen in anonyme Produkte wird auch durch entsprechende Gütesiegel gefördert – denn viele Kunden achten darauf, ob Spielzeuge von Prüfinstituten getestet und zertifiziert werden. Im Rahmen des TÜV TOXPROOF, ÖKO-TEST oder auch des spiel gut Testsiegels werden zum Beispiel regelmäßig Spielzeuge auf Schadstofffreiheit getestet und bei Bestehen entsprechend zertifiziert. Auch das Siegel Geprüfte Sicherheit (GS-Zeichen) weist als gesetzlich geregeltes Prüfzeichen in Europa darauf hin, dass ein Spielzeug für Kinder sicher ist. Für dieses Siegel stellen die Hersteller ihre Produkte freiwillig für einen Test zur Verfügung, in Deutschland wird dieser Test von über 60 Prüfunternehmen durchgeführt.

Doch nicht nur die Spielzeuge, sondern auch ihre Produktion entlang der Lieferkette lässt sich zertifizieren – immer mehr Eltern legen Wert auf nachhaltige Herstellung und wollen wissen, wo die Rohmaterialien, die in den Spielzeugen enthalten sind, herkommen. Hier geben für Textilien entsprechende Bio-Zertifikate wie zum Beispiel IVN BEST Auskunft.

DIGITALISIERTE PRODUKTE MIT TRUST&TRACE

Wie können Unternehmen also diese Siegel und Prüfzeichen am Produkt nachweisen und somit schlussendlich ihre anonymisierten Waren zu vertrauenswürdigen Produkten machen? Der Schlüssel liegt in der Ende-zu-Ende Digitalisierung der Produkte, denn nur so lassen sich diese in automatisierte und transparente Geschäftsmodelle einbinden. Um das zu ermöglichen, erhalten die Produkte bei TRUST&TRACE eine Digitale Identität: In dieser können valide Daten über den gesamten Lebenszyklus des Produkts gespeichert und dank dezentraler Technologien sicher mit anderen Unternehmen geteilt werden. Im Fall des Spielzeugs bedeutet das, dass ein Unternehmen auf Basis dieser Daten Nachweise zu nachhaltigen Produktionsbedingungen entlang der gesamten Lieferkette erbringen kann und diese schlussendlich auch mit dem Kunden teilen kann. So lässt sich beispielsweise belegen, dass bei der Herstellung eines Kuscheltiers keine bedenklichen Materialien zum Einsatz gekommen sind. Auch können Unternehmen die entsprechenden Siegel für Rohmaterialien, wie zum Beispiel Textilien, bei ihren Partnern anfordern. Diese lassen sich dann mit der Produktidentität verbinden und können transparent an die Kunden kommuniziert werden. Damit schaffen Unternehmen nicht nur Vertrauen bei den Käufern: Sie sorgen dafür, dass Kinder sich an ihren Lieblingsspielzeugen vollkommen ungefährdet erfreuen können – weit über die Weihnachtszeit hinaus.

Haben Sie Fragen, wie Sie TRUST&TRACE für Ihre Unternehmensbedürfnisse nutzen können? Dann schreiben Sie uns gerne über info@evan.team und lassen Sie sich von unseren Produktexpertinnen und Produktexperten kostenlos und unverbindlich beraten. Auf unserer Homepage finden Sie außerdem weitere Informationen zu TRUST&TRACE.

Milan Schlegel
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